Rundschreiben - Sommer 2002  
   
  Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte,


! Letzter Aufruf !

Es geht zuende.
Am 4.9.2002 werde ich 34 Jahre alt
Ich halte den mal fest !
 

[1]
 Meine Mutter ist vom 1.9. bis 5.9. bei mir in Berlin
- Also auch an meinem Geburtstag.

Das wird ein Fest !
Vielleicht kommt mein Bruder sogar doch mit.

Ich bin am 4.10. zum Geburtstag meines Bruders in Mühlheim.
Ich will etwas mehr als eine Woche bleiben
und habe vor, vom 27.9. bis 7.10. dort zu sein.

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[2]
Obwohl ich nach dem TV-Duell sagen muß,
daß Edmund Stoiber sehr korrekt gewirkt hat
und er genauso überzeugende Argumente hatte wie Gerhard Schröder ,
habe ich bereits die SPD gewählt.

Denn am 22. September werde ich als Wahlhelfer meinen Beitrag für die Demokratie leisten.

Abgesehen davon nehme ich bereits jetzt an vielen Politik-Veranstaltungen teil
und arbeite so für die Gesellschaft, von der schon jemand meinte, daß ich ein Sozial-Schmarotzer sei.
(Menschen, die sich nicht mit Politik beschäftigen, brauchen mir gar nichts zu sagen.)

"Wählen gehen – nichts ist einfacher als das"

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[3] 

Laufplan

Beim 22. Berliner Halbmarathon am 7. April 2002
war meine große Herausforderung.

Marathon Gedächtniskirche Marathon Gedächtniskirche

Ein paar Freunde glaubten doch tatsächlich,
daß ich nach 3 Stunden zum Schluß des Marathons einlaufen würde
und haben so meinen engagierten und gesprinteten Zieleinlauf verpaßt.

D.D. war aber um einiges schneller und zog schon 500 Meter vor dem Ziel ab wie eine Rakete,

 Marathon Ziel Marathon Ziel

Da es nach dem Startschuß tatsächlich noch einige Zeit dauerte, bis D.D. und ich über die
Startlinie kamen, beträgt meine in Wirklichkeit gelaufene Zeit 2:18:53 .
Damit habe ich mein Ziel, 2 Stunden und 30 Minuten zu brauchen, bestens erreicht und
bin trotzdem sehr am Ende der Menge (Platz 8730):
11.365 Läufer - 9.489 angekommen
8.703 Männer - 7319 angekommen
2.662 Frauen - 2170 angekommen

Mit Rollstuhlfahrer, Inline-Skater, Power-Walker und Fun-Runner gab es 14.709 Teilnehmer.

Urkunde

Nachdem ich nun dieses sportliche Ziel erreicht habe,
will ich im nächsten Jahr für den Kilometer nur noch 6:00 Minuten brauchen
statt jetzt 6:35 und wäre dann nach ungefähr 2 Stunden und 10 Minuten im Ziel zu erwarten.

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[4]
* Freude des Monats *

1. Es gibt noch Menschen, die denken wie ich !

2. Ich bin verliebt. (Aber nicht wie Ihr es kennt.)

3. Es gibt Werbung im Deutschen Fernsehen, bei der eine Frau mit zwei Männern gleichzeitig Sex hat.

Nennt mich Killerkralle] 4. Nach meinem Unfall beim Beach-Volleyball-Spiel am 9.6.2002 ist mein
Finger mittlerweile gut ausgeheilt. Die Ärzte meinen allerdings, daß er vielleicht angeschwollen bleibt. Irgendwie sieht er aus wie eine dicke Wurst.

Man macht einmal wieder Sport und dann kommt soetwas gleich dazu.
Dann läßt man es doch lieber bleiben.

Da hat man 100 Minuten Spaß und 10 Wochen Ärger.

Kbi meint dazu:
"Andere haben 3 Minuten Spaß und den Rest des Lebens Ärger."

Da hat es mich noch milde getroffen.

Nennt mich "Killerkralle" !


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[5]
* Die Anekdote *
 
Die Neuen Medien machen so viel möglich:

Als ich 12 Jahre alt war,
ging ich das erste Mal in einen Horrorfilm.

Meine Mutter ließ mich gehen,
warnte mich aber davor.
Der Kinobesitzer ließ mich rein,
obwohl der Film erst ab 18 war.
(Das scheint im Kino meiner Heimat normal gewesen zu sein.)

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                                  ! Eltern !  
Laßt Eure Kinder nicht Filme anschauen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.
       * Es ist für die gesunde Entwicklung des Kindes besser *
                     - Seht, was aus mir geworden ist -

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Seit diesem Abend habe ich nachts nie mehr geschlafen.

Die Nacht der Reitenden Leichen Der Film begann damit, daß die bösen Templer einer Frau durch die Brüste das Blut aussaugten, um unsterblich zu werden.

Das war das letzte Mal während des Films, daß ich die Augen offen hatte. Ich wurde schockiert. So eine Angst wie danach habe ich in meinem Leben nie mehr wieder empfunden. Ich war wohl zu jung.

Die Leichen konnten nicht sehen und fanden ihre Opfer nur durch deren Geräusche, wie den Atem oder den Herzschlag.
So versuchte ich nächtelang zugleich entspannt zu sein und flach zu atmen, während ich gelähmt und starr in die Dunkelheit meines Zimmers horchte.

Als Heilung dieses Traumas habe ich mir nun die Limited Edition
Sammelbox mit allen vier "Reitende Leichen"-Filme auf DVD gekauft.

Es war ein großer Spaß, vier Nächte lang mir diesen Horror anzutun.
Die Videos hier sind in geänderten Fassungen bereits ab 16  freigegeben.

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                    Warum warten 16 Mantafahrer vor dem Kino ?
                                       -
                             Der Film ist erst ab 18.
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Natürlich war der erneute Horror bei dem Film die für heutige Augen schlechten Spezialeffekte und
erschreckende Dramaturgie sowie billige Umsetzung.

Meine Mutter kannte damals übrigens keine Gnade und ließ mich leiden.

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[6]
* Frage des Tages *

Daß die große Flut Opfer gekostet hat, ist fraglos.
Menschen sind gestorben, und das ist nie gut,
denn es gibt nur ein Leben.
(Zumindest ist alles danach irrelevant)

Daß aber Menschen um ihr verlorenes Gut weinen,
wie um den Verlust ihres Bruders,
entzieht sich meiner Auffassungsgabe.

Wer sein Leben danach ausrichtet,
sich eine finanzielle Sicherheit und eine materielle Geborgenheit zu schaffen,
leidet verständlich darunter, wenn er sieht, wie alles den Bach runtergeht.
Würde mir an dieser Stelle nicht anders gehen.

Diese Menschen leben genau das nach,
was ihnen die Gesellschaft und die Industrie
als lebenswert und erstrebenswert täglich verkaufen will.
Sie schwimmen also mit im Strom
oder lassen sich bereitwillig mitreißen.

Aber damit entfernen sich sich weiter vom wahren Glück,
als ihnen jemals bewußt werden wird.
Nicht nachzudenken und nicht bewußt zu sein,
ist sehr bequem und für die meisten auch sehr einfach.

Ich kann kein Mitleid haben, wenn ich doch weiß,
daß dieser Weg von Anfang an schon falsch ist.

Wenn die Menschen nicht anders könnten,
würde ich sie bedauern,
da die Menschen aber eine Wahl haben,
weil sie Menschen sind,
verachte ich sie.

Sind Wir den falschen Götzen verfallen ?
Sind Wir noch zu retten ?

Wenn ich Euch so ansehe,
wenn ich mich so ansehe,
erkenne ich, der Tod kommt langsam.

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[7]
* Trauer des Tages *

Holm und Falk in Berlin  
  Mein Bruder war wieder als Krawalltourist in Berlin am 1. Mai 2002

Als mein Bruder abfuhr, kam in mir wieder die Frage auf,
ob ich weiter hier in Berlin bleiben will.

Manchmal sehne ich mich nach meiner Heimat zurück.
(Meine Heimat sind meine Eltern und mein Bruder.)
Manchmal sehne ich mich aber auch nach einem anderen Leben.

Irgendwie kann ich mich hier in dieser Gesellschaft,
in den Werten und in den Perspektiven nicht finden.

Ich bin aber selbst zum Gefangenen geworden.
Ganz langsam und unmerklich habe ich meine Freiheit verloren.

"Freedom is just another word for, nothing left to lose."

Ich will keine Altersvorsorge und ich will keine Lebensversicherung.
Wenn ich alt bin, habe ich andere Sorgen,
und ich versichere mich, daß ich jetzt lebe.

Leider bin ich nicht der Zweifel frei,
ob mir meine Welt hier ausreicht.

Ich will wohl eigentlich etwas anderes.
Aber es ist schwer, alles zurückzulassen, was ich hier habe,
und einen neuen Anfang zu wagen.

Noch bin ich nicht so weit.

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[8]
* Falk und die BerliKomm *
 
 BerliKomm bei der Berlinale

Gut, daß die BerliKomm noch immer so einen Kram macht.
Da kann es ihr doch nicht so schlecht gehen, wie wir alle meinen.

Ich bin wirklich gespannt,
wie es sich in Zukunft mit meiner Flatrate und meinem Telefonanschluß verhält,
denn BerlinWasser will die BerliKomm verkaufen.

Wer kauft denn so ein Pleiten-Unternehmen ?

Die Promotion-Aktionen bevor es die BerliKomm überhaupt gab,
waren besser als Werbung jetzt.

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[9]
* Erlebnis des Monats *
 
Ich war am 14. Juli 2002 beim Woodstage FestivalWoodstage Festival
in Glauchau bei Chemnitz (Karl Chemnitz) ,
um dort meine Lieblingsband THE CURE live zu sehen.
Das Festival ging eigentlich über das gesamte Wochenende,
aber THE CURE spielten erst am Sonntag Abend,
deshalb fuhren mein Freund D.D. und ich erst am Vormittag
dieses Tages dort hin und blieben über Nacht.
Wir hatten nicht unbedingt das Bedürfnis, die anderen Bands auch zu erleben.

Woodstage Festival Das war ein wirklich gutes Konzert.
Ich bin echt froh, daß ich dort war,
obwohl die ganze Aktion mich doch ziemlich viel Geld
gekostet hat.
Aber es ist nicht zu wissen,
wann ich THE CURE wieder sehen werde.

Auffällig waren die vielen Zwillingsbrüder von Robert Smith
bei diesem Auftritt, die alle auch von ihrem Idol gesehen werden wollten.

Weil ein recht Besoffener, nach billigem Alkohol und Schweiß stinkend,
schon halb auf mir drauf hing, rammte ich ihm meinem Ellenbogen in die Seite. Einem Drängler drohte ich Schläge an, wenn er sich nicht zurückziehe. - So viel zur Friedfertigkeit der Schwarzen Szene.

Ich finde es nicht unangenehm, wenn ich in der Enge an Frauen vor mir gedrückt werde. Aber ich nehme es auch mit, wenn ein anderer Mann an mich gedrückt wird.
Doch bevor es dann zum Sex kommt, erwarte ich, daß man sich wenigstens einander vorstellt.

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[10]
* Hinweis des Monats *
 
 Bringen auch Sie Ihr Menschenopfer !

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[11]
Sex im Internet

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[12]
* Spruch der Woche *
 
"Der schönste Schmuck der Frauen
sind ihre Knie hinterm Ohr"

Aus dem Film "Tanguy - Der Nesthocker"

Wer das nicht versteht, hat im Leben so einiges verpaßt !

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[13]
* Falk und die Frauen *
 
Wunderbar, wie ich mir wieder anhören muß,
daß ich mit meinen Einstellungen und Sichtweisen
keine glückliche Beziehung zu einer Frau führen werde.

Wie gut, daß dies auch nun absolut nicht mein Ziel ist.

Es gibt aber tatsächlich Menschen,
die meinen, das sei ein elementares Ziel für jeden.

Ich kenne Menschen,
für die ist Liebe das Wichtigste auf der Welt.
Ich kenne Menschen,
die suchen nach einem Partner für sich.
Ich kenne Menschen,
die brauchen einen anderen, um glücklich zu sein.

Aber mich interessiert das nicht.
Und mich interessiert das auch nicht,
wenn ich für jemanden sehr viel empfinde.
Das hat mich das letzte Mal mit 19 Jahren interessiert.
Ich habe wirklich Wichtigeres zu tun,
als mich um eine Beziehung zu kümmern.

"Faut-il partir? rester ? -
Si tu peux rester, reste; pars, s'il le faut."

(Baudelaire)

"Soll ich gehen? Bleiben? -
Wenn du bleiben kannst, bleib; geh', wenn du mußt."

(Übersetzung)

"Soll ich gehen, soll ich bleiben? -
Wenn du bleiben willst, bleibe; gehe, wenn du gehen willst."
(Interpretation)

So einfach ist es im Leben und in der Liebe.

Tue, was Du empfindest,
aber frage Dich, warum Du es empfindest.

Liebe bedeutet für mich immer:
Verständnis für den anderen
und Vertrauen auf dessen Eigenverantwortlichkeit.

Deshalb ist für mich das Ideal einer Liebe,
daß man über alles offen reden kann -
Über das, was man will, genauso wie über das,
was man nicht will, ohne daß jemand gekränkt ist.

Schließlich verlangt auch niemand,
daß man mit jemanden zusammenbleibt,
der nicht zu einem paßt.

Letztendlich glaube ich nicht,
daß der Mensch dafür geschaffen ist,
ein Leben lang mit der gleichen Person zusammenzusein.

Jeder Mensch ist dazu geschaffen,
sich zu entwickeln und zu suchen, was das Leben für ihn ist.
Da bedarf es schon einem kindlichen Bedürfnis nach
Sicherheit und Geborgenheit, danach geliebt zu werden,
wenn man sich so fest an jemanden bindet.
Denn schließlich entwickelt sich niemand gleich einem anderen
und nur selten bedeutet das Leben für zwei etwas ähnliches.

Also verbringt man eine Zeit zusammen, lebt etwas miteinander
bis wieder der Weg eines jeden eine entscheidende andere Richtung hat.
Und in der intimen seelischen Berührung von neuen Menschen
liegt auch der Reichtum von Erkenntnis und Erfahrung,
die einem Menschen auf seinem Weg viel weiterbringen können.

Es tut mir leid,
daß ich mit den meisten von Euch keinen Einklang empfinde,
denn ich beobachte bei euch eine andere Art zu leben und zu lieben.
Die entspricht mir nicht und darum fühle ich mich tief drinnen
auch mit Euch einsam.

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[14]
* Gedicht des Monats *

Unser Welt

Wenn wir dann irgendwann
an heute zurückdenken,
was wir sicher tun werden,
wüßte ich jetzt gerne,
ob wir dann wirklich noch wissen,
wie lebendig wir heute waren.

Kennen wir dann noch alle Gründe
warum wir immer leben wollten,
warum wir uns festhielten,
warum wir so waren,
wie wir noch sind.

Wenn wir dann irgendwo
nach heute zurückschauen,
was wir bestimmt tun werden,
wüßte ich jetzt gerne,
ob wir dann wirklich noch wissen,
daß es sich so angefühlt hat.

Kennen wir dann noch alle Gründe,
warum wir nur so fühlten,
warum wir gerne bleiben wollten,
warum wir dort waren,
wo wir hin gehören. 

                                                 FWS 17.7.2002

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Ich denke Wir sollten doch zugeben,
daß Wir alle in Wirklichkeit nichts anderes
als die Macht über alle anderen haben wollen.

Nieder mit den verklemmten Softies !
Her mit den starken Frauen !

Euer treuer Freund Falk


Everybody wants to rule the world.mp3