Rundschreiben 11/2001  
   
  Liebe Freunde,

Da ich die letzten Wochen ungehörig im Streß war,
gibt es das Rundschreiben vom November 2001
in einer Doppelausgabe zusammen mit dem Dezember.
Im November passierte außerdem nicht genug,
um damit ein ganzes Rundschreiben füllen zu können.
Auf diese Weise hier kann ich auch endlich die Zeit aufholen
und die Rundschreiben zukünftig vielleicht sogar schon im betreffenden Monat
verschicken.

[1]
Einige meinen,
ich würde mich nach einer Liebesbeziehung sehnen
und eine Partnerin suchen.

Wirklich, wie kommt Ihr darauf ?
Schön, daß Ihr mich doch nicht so gut kennt.
(Oder kennt Ihr mich vielleicht besser, als ich ?)

Einer meinte,
meine Gedichte würden so schmerzlich
der Liebe mit Jana nachtrauern,
daß ich mir heute soetwas auch wünschen täte.

Aber viele Gedichte sind fiktiv,
sie beschreiben nur allgemeine Verlustängste und Verlusterlebnisse.
Die Tragik des Lebens ist für mich viel spannender als die Erfüllung von Träumen.

Aber selbst wenn ich die Situationen in den Gedichten erfinde,
so beruhen sie natürlich auf meiner Erfahrungswelt.

In der Zeit mit Jana
war ich zum ersten Mal in meinem Leben
so richtig unbeschwert glücklich.
Das heißt: Nicht ganz und nicht immer,
sondern nur die Liebe betreffend.
Das war eine sehr schöne Zeit,
und mir fehlt auch das Gefühl dazu.
Aber ich bin nicht mehr der Mensch von damals
und was ich mit Jana unternahm,
würde ich heute nicht mehr machen wollen.

Eine meinte,
daß ich glücklich im Leben werden könnte,
wenn ich wieder Liebe empfinden täte.

Ich habe sicherlich nichts dagegen, mich zu verlieben,
und ich würde mich auch nicht wehren, zu lieben,
und bestimmt würde das auf eine Art auch sehr schön werden,
egal was wird oder was es nicht wird.
Ich habe keine Angst verletzt, verstoßen oder abgelehnt zu werden.
Das ist mir schon so oft passiert
und ich habe es jedesmal überstanden.
(Irgendwie überlebt man alles außer den Tod.)
Es gibt wenig, was mich wirklich schocken könnte.
Trennung gehört zu Liebe einfach dazu -
Nichts ist für immer !

Aber Liebe allein,
macht es bei mir nicht.
Ich suche nach dem Sinn des Lebens für mich, täglich.
Ein Teil von mir ist ständig und überall damit beschäftigt.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Leben, wie es ist.
Es gibt natürlich Teile, die nicht zufriedenstellend sind,
aber da bin ich selbst schuld daran.

Ich will gar nicht so unbedingt wieder glücklich sein.
Ich will zufrieden mit meinem Lebens sein.
Aber das war ich zu keiner Zeit vollkommen,
auch nicht als ich in Liebe war.
Denn diese Zufriedenheit kann nur aus mir kommen,
die muß ich mir selbst schaffen.
Dazu brauche ich niemand und da kann auch keiner helfen.

Es ist mir bei Weitem sehr viel wichtiger,
mein Leben für mich in den Griff
und in die richtige Bahn zu bekommen,
aus meinem Leben für mich etwas zu machen,
womit ich ganz allein froh werde.

Damit bin ich beschäftigt.

Ich möchte mich nicht auch noch mit einem Partner
an meiner Seite beschäftigen müssen.
Ich will meine Zeit nicht mit einem Partner teilen,
ich habe genug zu tun.

Ich empfinde Liebe und Zuneigung für so manche
von meinen Freunden und Freundinnen.
Und ich bin gerne für meine Freunde da.
Meine Freunde können sich auf mich verlassen.
Das ist Aufgabe genug.

Ich mag mein Leben.
Ich habe meinen Spaß.
Ich amüsiere mich köstlich,
mit Euch, über die Menschen an sich,
und liebe, wie das Leben sein eigenes Klischee erfüllt
oder eben gerade nicht.

Ich glaube innerlich bin ich schon weiter
als das Streben nach Glück.
Wenn nicht wirklich,
dann bilde ich mir das eben ein.

Wenn ich auf meinen Wegen einem Mädchen begegne,
dessen Wesen mich nachhaltig beeindruckt,
dann werde ich ihr meine Aufmerksamkeit widmen
und Zeit mit ihr verbringen wollen, um sie zu erleben.
Soetwas läßt sich nicht suchen,
soetwas trifft sich.

Ich flirte nebenher so gerne, wie ich schockiere.
Das passiert mir häufig.
Deshalb ist es aber für mich meistens trotzdem nur ein Spiel
oder eine Chance auf kostenlosen Sex.
Ich habe aber keine Lust für eine wage Möglichkeit
ernsthaft viel Energie und Zeit aufzubringen.
Entweder mir begegnet soetwas auf dem Weg
oder eben nicht.

Ich würde niemals für eine Suche
nach einer Sexpartnerin und einer Liebesbeziehung
extra aus dem Haus gehen,
für meine Freunde schon.

Zwar bin ich bereit für alles und offen, es zuzulassen,
aber ich kann nicht glauben,
daß es einen weiteren Menschen gibt,
dessen Vorstellung von Liebe und dem Umgang damit
sich mit meiner deckt.
Ich würde für diesen Menschen nämlich kaum etwas
an meinem Leben ändern.

Aber...vielleicht würde sich etwas für mich ändern. 
 
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[2] 

Seit ein paar Tagen habe ich den starken Wunsch,
wieder eine Freundin zu haben,
und stelle mir dabei ein Mädchen vor,
daß morgens neben mir im Bett liegt,
wobei es mir einfach nur massig gefällt,
daß sie da ist.

In Wirklichkeit habe ich Angst davor,
meine Freiheit zu verlieren,
weil ich mein Leben auf einen anderen Menschen einstellen müßte.

Ich weiß wirklich nicht,
wie ich eine weitere Person, zusätzlich zu mir,
in mein Leben integrieren soll.

Deswegen wäre mir jemand lieb,
an dessen Leben ich teilhaben möchte,
sie aber gar nicht an meinem.
  
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[3] 
Anfang Dezember wurde ich aufgrund meiner Arbeitssituation
in eine sehr unangenehme und angsterfüllte Lage gebracht,
wie sie mir höchstselten zuteil wird.

Doch nicht erst diese Erfahrung hat in mir ein Umdenken bewirkt,
sondern einfach die Erkenntnis (Mitte November),
daß es für mich keine Beschäftigung gibt,
die zugleich meine Leidenschaft und mein Einkommen sein kann.

Mehr als die Frage nach der Arbeit beschäftigt mich,
was ich als meinen Lebensinhalt annehme,
wo ich hin will, was ich tun will,
was für mich die Erfüllung sein kann.


Ich sehe mich selbst als ein Künstler.
Es ist mir außerordentlich wichtig,
meiner Meinungen und Überzeugungen
in kreativer Form Ausdruck zu verleihen.
Während für mich früher nur das Schreiben diesen Zweck erfüllte,
ist nun noch das Filmen, Fotografieren und das Gestalten dazugekommen
(Das Malen überlasse ich lieber meinem Bruder, obwohl ich das auch unbedingt ausprobieren möchte.)
Musik ist dabei für mich eine wichtige, emotionale Inspirationsquelle.

Ich würde gerne mit diesen Mitteln mein Geld verdienen,
aber ist wohl noch ein weiter Weg dahin und ich bin bekanntlich nicht sehr ehrgeizig,
denn das Schöpfen und Erschaffen ist mir wichtiger als das Ergebnis.

Nun meinte KBI zu mir,
ich solle doch einfach irgendetwas arbeiten,
was in Grenzen für mich akzeptabel ist,
bloß des Geldes wegen.

Und das ist wahr !
Ich habe mir vorgenommen, gleich zum nächsten Jahr
mich hauptsächlich um einen lukrativen Job zu kümmern,
der mir einigermaßen zusagt, weil ich einfach auch mehr Geld brauche.
Meine Erfüllung werde ich weiterhin außerhalb suchen und nicht aus den Augen verlieren.

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[4]
* Spruch der Woche *

"Ich beobachte die Menschen.
"
(Mein Bruder im Kino während der Pause vom 'Herr der Ringe')

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[5]
* Freude des Monats * 

Ich freue mich,
daß ich so gute Freunde habe.

Ich freue mich,
daß diese Freunde wissen,
daß ich für sie da bin,
daß sie sich auf mich verlassen können
- jederzeit.

Ich freue mich,
daß ich durch diese Freunde
niemals einsam sein muß.

Ich freue mich,
daß wir nicht immer einer Meinung sind.
Ich freue mich,
daß wir uns einander etwas zu sagen haben.

Manchmal freue ich mich so sehr,
daß ich weinen könnte

- Ich Softi.

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[6]
* Die Anekdote *

In der Straßenbahn in Berlin lächelte mich ein Mädchen an,
als ich einstieg.
Immer wieder viel ihr Blick auf mich.
Das sah ich, weil ich auch immer wieder zu ihr schaute.
Jedesmal wenn sich unsere Blicke kreuzten schauten wir aber wieder weg,
bis wir uns irgendwann einmal aber fest in die Augen sahen
und uns anlächelten.
Das taten wir ein paar Mal.

Sie gefiel mir ganz gut.
Sie war nicht mein Ideal aber recht schön.
Während sie auf charmante Art auf die anderen Personen in der Straßenbahn reagierte,
überlegte ich, wie ich sie ansprechen könnte.
Mir fiel nichts gutes ein.
Sie war nicht mein Ideal nur recht schön.
So ließ ich sie zwei Stationen vor meiner (ungeküßt) aus der Straßenbahn gehen.

Verpaßte Chancen.

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[7] 

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[8]
* Frage des Tages * 

Warum sind die Frauen,
die ich außergewöhnlich anziehend finde,
- schon mit jemanden zusammen ?
- lesbisch ?
- an Liebe nicht interessiert ?
- an mir nicht interessiert ?

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[9]
* Trauer des Tages * 

Leider kann ich manche Beweggründe
von Freunden und Bekannten nicht verstehen.

Viele Erfahrungswelten bleiben mir verschlossen,
weil ich die Welt sehr durchdringend mit meinem
Blick sehe.
Und ich befürchte, daß dadurch eventuell einige Freundschaften zerbrechen,
wenn ich anderes denke.
Manches käme mir nie in den Sinn.

Ich lehne hiermit jede Verantwortung für die Welt ab !

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[10]
* Falk und die BerliKomm *

Ich habe es selbst nicht für möglich gehalten:
Ich bin tatsächlich mittendrin
eine Kopie des Internets auf meine Festplatte zu laden.

Die BerliKomm macht fast gleich viel Verlust
wie sie Umsatz macht.

Und ich bin schuld dran. 

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[11] 
 

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[12]
* Erlebnis des Monats * 

Wirklich fantastisch fand ich "Die Schöne Party".
Wenigstens von 21:00 Uhr bis 24:00 Uhr.

Dann war es mir zu voll
mit Sekretärinnen und Betriebswirtschaftlern
und die angeblich beste Musik aus den 80ern
waren auch nur die Songs,
von denen ich immer hoffte,
sie nie mehr hören zu müssen.

Doch bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mich wirklich köstlich amüsiert,
weil ich endlich wieder zu meiner Musik ausgelassen tanzen konnte.

Fazit:
Aufgrund meiner bestätigten Männlichkeit werde ich zukünftig
keine Gelegenheit auslassen, Frauen anzusprechen und zu versuchen,
sie ins Bett zu bekommen, damit ich nicht eine Chance verpasse.

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[13]

Beim Joggen befinde ich mich derzeit in einem Leistungstief.
Nachdem 1 Stunde Laufen am Stück, mich sehr anstrengte,
war ich darauf so erkältet und krank, daß ich gar nicht konnte.

Nun versuche ich mich wieder aufzubauen,
komme aber über 30 Minuten nicht hinaus.

Zum Marathon  im April will ich wenigstens 2 Stunden Laufen
gut bringen können.

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[14]

Es gibt Schönheit !


                                         Gigi Edgley - Chiana in der Fernsehserie "Farscape"

W a h n s i n n !
Was für Augen, was für ein Gesicht, welch Glieder !

Schönheit ist mir bei einer Frau das Wichtigste.
Ich würde mich niemals in jemanden verlieben,
die ich nicht auf Anhieb wunderschön fände.
Und mehr braucht es dann auch nicht.

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[15]
* Falk und die Frauen * 
  
Es wurden Stimmen laut,
die mir vorwarfen,
daß ich mir nur unerreichbare Frauen
aus dem Ausland aussuchte, die ich sofort heiraten wollte.
Es gibt auch welche aus Deutschland:


                           Christiane Paul


                               Meret Becker


                            Nicolette Krebitz


                  Christiane Hebold (Bobo)

Frauen aus meiner näheren Umgebung
habe ich bewußt ausgenommen.
(Warum haben meine Freunde eigentlich alle so tolle Frauen ?)

Es wurden Stimmen leise,
die nicht verstanden,
wie ich jemanden heiraten wollen könnte,
die ich nicht wirklich kenne.
Ich will mir dadurch das Erlebnis sichern,
ständig an deren Leben teilhaben zu können.

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[16]
* Hinweis des Monats *

Es wird dieser Tage wieder viel über das Essen geredet.
Ich habe das so satt ! 

Da rede ich lieber über meine Krankheiten.

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[17]
* Gedicht des Monats * 

Ehrenmal

Im ewigen Kampf
der Sonne mit dem Mond
legt sich dir die Welt zu Füßen.

Es wurden schon Kriege
für Geringeres geführt
als um deine Aufmerksamkeit

Von deiner Klasse würden sich
Rassen in den Untergang leiten lassen.

Geliebte des Volkes

                              FWS 21.1.2000

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Übrigens....
       Aufregende Weihnachten und leichtes Hineingleiten !

Euer treuer Freund Falk

 

Nachtrag zum Rundschreiben November / Dezember 2001

Werte Freunde und Bekannte,

in meiner Aufregung vergaß ich,
Euch noch von ein paar Ereignissen zu berichten:

 

[N1]
Ich bin vom 19.12.2001
bis zum 2.1.2002
in Mühlheim bei meinen Verwandten !

Ab 3.1.2002 bin ich wieder uneingeschränkt für Euch da.

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[N2]
Ich war vom 10.11. bis 12.11. in der Schickeria von München
zur Premiere des Kurzfilmes "Feindesland",
bei dem ich vom 19.4. bis 24.4. in Buckow
als Aufnahmeleitungsassistent mit Schwerpunkt Requisite
mit- und aushalf.

Die Premiere selbst war sehr nett und es war schön die Leute
vom Frühjahr wiederzusehen. Viele leben nicht in Berlin.
Aber insgesamt kann ich mit vielen davon wenig anfangen,
weil sie solch Partypeople sind:
Schlafen bis 15:00 Uhr, dann Frühstücken bis 19:00 Uhr,
daraufhin zur nächsten Party bis 6:00 Uhr und wieder schlafen.
Da täte mir das Leben leid, daß ich damit verpasse.
Mir ist es wichtig, genügend Zeit zu haben für meine Projekte
und nicht diese zu verschwenden oder zu verschlafen.

Lustig war der Besuch auf einer Veranstaltung von Premiere-World
für geladene Gäste.
Einer von unserer Gruppe hatte eine Einladung und stürzte,
diese zeigend an den Türstehern vorbei. Wir anderen folgten ebenso eilig
und murmelten etwas von "zuhausegelassen".
Bevor die Türsteher uns kontrollieren konnten, waren wir schon im Getümmel.
So geht's auch und ich hatte gar keine Zeit,mir Gedanken zu machen.

Dann waren wir in der Sehen-und Gesehen-werden-Community.
Das war grausam!

Junge Schnösel machten einen auf unendlich elitär und wichtig.
Dabei kannte ich gar niemanden dort.
Wahrscheinlich kannte diese sowieso niemand.

Nur Sissy Perlinger fiel mir auf,
weil sie die einzige war,
die den Mut hatte alleine zu tanzen
- sehr ausgelassen.

Wäre in München meine Musik gewesen,
käme mir das also auf der "Schönen Party" gleich.
Aber mit Techno will und kann ich nichts anfangen.

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[N3]
Am nächsten Morgen sah ich die Aufnahmeleiterin
von der Matratze neben mir nur in Slip und T-Shirt
ins Bad gehen.

Ich hasse das !

Ich kann solches nur schwer ertragen.
Frauen, die ich toll finde und begehre,
mag ich nicht so erotisch sehen.
Da fangen dann kleine Monster in meinem Kopf an,
meinen Verstand zu fressen.

Auf soetwas bin ich seelisch nicht vorbereitet.
Mein Verlangen könnte dann die Kontrolle übernehmen.
Ich bin intellektuell und zartbesaitet, wie ein Schmetterlingsflügel.

Ebenso wie in einem Theaterstück,
bei dem eine mir persönlich bekannte
und von mir bewunderte Schauspielerin
sich auf der Bühne auszog.

Ich meine, auf soetwas muß doch vorher hingewiesen werden.
Ich konnte gar nicht mehr rechtzeitig meine Augen schließen.


Wie soll ich einer Frau denn locker und unbefangen gegenübertreten,
wenn ich ständig nur ihren schönen Körper im Kopf habe ?

Die Katholische Kirche hat recht:
Frauen sind das Verderben für die reine Seele des Mannes.
Es gibt Frauen,

da wäre die Vorstellung, mit ihnen zu schlafen,

gleich sich eine Bild von Gott zu machen.


Ich bin halt auch nur ganz einfachgestrickt.

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So, das war es für dieses Jahr.
Wir erfahren mehr von einander im nächsten.

Scheut Euch nicht,
mir Eure intimsten Erlebnisse zu berichten.
Ich bin viel zu sehr Voyeur, um sie nicht zu schätzen.

Immer noch,
                Falk