Rundschreiben 5/2001  
   
  Liebe Freunde,

Ich bin wieder da !
Dafür, daß ich nie etwas zu sagen habe,
ist es diesmal wieder recht viel geworden:

[1]
Harte Tage mit Falk

Vom 4.5. bis letztendlich zum 15.5.
habe ich bei der Werbefilmproduktion gearbeitet.
Das waren sehr anstrengende Tage, da wir sehr früh am Morgen begannen
und teilweise auch erst 20 Stunden später wieder aufhörten.
Obwohl ich alles gut überstanden habe,
sah ich doch am Ende aus, wie ein Geist:
Meine Augenschatten reichten bis zu den Mundwinkeln.

Aber die Arbeit hat mich auch weitergebracht.
Ich halte mich jetzt durchaus für fähig,
die Aufgaben eines 2. Regieassistenten
erfolgreich zu bewältigen.
Auch war die Arbeit wesentlich erfüllender für
mich gewesen als niedere Beschäftigungen.

Nun bin ich wieder zuhause,
aber die Erlebnisse vor Ort haben dazu geführt,
daß ich mir nun wieder gar nicht mehr sicher bin,
über meinen weiteren Weg:
Beide Richtungen -
a) Meine Projekte zu professionalisieren,
d.h. Drehbuch schreiben und verfilmen.
b) Mir einen lukrativen Job im Medien-
oder Computerbereich zu suchen. -
sind wieder offen.

Ende April bei meiner Unterstützung
den Kurzfilmprojektes in Buckow fiel mir auf,
daß ich keinerlei finanzielle Rücklagen
für eventuelle kurzfristige Notausgaben habe.


                              Bei der Arbeit

Diese Situation spricht eher dafür,
mich auf das Geldverdienen zu konzentrieren.
Zweifelhaft ist aber, ob da weitere Arbeiten beim Film,
daß richtige für mich sind,
denn allgemein rege ich mich dabei immer wieder nur
über die chaotischen Zustände, die unübersichtliche Organisation
und die mangelnde Vorbereitung auf.
Da das aber bisher bei jeder Filmproduktion so war,
außer bei meinen eigenen, frage ich mich nun,
ob nicht ich der falsche Faktor in diesem System bin -
Denn Millionen Fehler müssen richtig sein.

An der Filmwirtschaft hasse ich,
daß die Menschen ausnahmslos dem Profit untergeordnet werden.
Keine andere Branche scheint mir
so rücksichtslos ihre eigenen Mitarbeitern auszubeuten.
Und dieser Ärger könnte mir wirklich auf den Magen schlagen.

Ich werde trotzdem beim nächsten Angebot
wieder dort arbeiten.

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[2]
Jetzt arbeite ich an der abschließenden Gestaltung
der WebSite für The Beautiful Disease.

Ich muß nun endlich die letzten Features fertigbringen,
damit ich zum Erscheinen der neuen Platte
auch ein neues grafisches Design eröffnen kann.

Irgendwie muß das mal gemacht werden von mir,
aber andererseits scheint es mir auch nur ein Aufschub zu sein dafür,
mir mal eingehender über meinen weiteren Lebensweg Gedanken zu machen.

Wenn ich so weiter mache,
werde ich nie zu einem Entschluß mit anschließender Aktion gelangen.

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[3]
Es ist wahr !!!

Wie Ihr alle Recht habt:
Bei der Arbeit läßt sich wirklich am Besten
Frauen kennenlernen.

Während ich mich in Buckow
körperlich sehr zu einer Frau hingezogen fühlte,
verknallte ich mich bei der Werbefilmproduktion in zwei Mädchen
und eine andere Frau scheute sich nicht, Interesse an mir zu haben.

Das ist eigentlich wie immer.

Warum nur interessiere ich mich nie für die Frauen,
die etwas von mir wollen,
während die Frauen, für die ich mich interessiere,
kein Interesse an mir haben ?

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[4]
* Freude des Monats *

Das ständige Training
scheint körperliche Spuren zu hinterlassen:

Bei einem Belastungs-EKG letzte Woche
stellte mein Arzt fest, daß mein Körper trainiert sei.

Neben der Reduzierung meines Gewichtes
ist auch mein Hintern kleiner geworden.

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[5]
* Frage des Tages *

Ist vielleicht das einzig Bedeutende,
daß man für die Menschen,
die man mag, da ist ?

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[6]
* Trauer des Tages *

Einige Leute scheinen sich einen Spaß daraus zu machen,
mich absichtlich mit Fotografien oder Nachfragen
schmerzlich an Jana erinnern zu wollen.

Traurig, daß es funktioniert.

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[7]
* Falk und die Frauen *

Ich gebe nun endlich zu,
daß auch ich eigentlich gerne wieder eine Freundin hätte.

Aber ich will keine Zeit für Suchen danach aufbringen.
Ein Mädchen wäre so auch gar nicht zu finden,
daß ich für ihr Wesen und ihre Persönlichkeit
auf meine ausschließliche Art lieben könnte.

Vielleicht mag es an meinen letzten Erfahrungen liegen,
daß ich auch nicht mehr häufig, solchen Versprechungen begegne.

Sollte ich wieder einmal wirklich viel für jemanden empfinden,
wäre es schon möglich, daß ich meine Grundprinzipien aufweiche.
Aber diese sind wohl überlegt und wohl erfahren
und entsprechen einfach meinem Wesen.

Darum erwarte ich
von meinen Freunden, ernstgenommen zu werden.

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[8]
* Falk und die BerliKomm *

Im Augenblick habe ich es mir zur Aufgabe gemacht,
eine Kopie des Internets auf meiner Festplatte anzulegen.

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[9]
* Erlebnis des Monats *

Ich war gerade mit einem Freund
beim Jugend-Theatertreffen.

Es war erstaunlich, wie begeisterungsfähig
aber auch wie aufgedreht die Jungen und Mädchen
dort waren.

Während mein Freund ein wenig wehmütig
angesichts dieser Jugend wurde,
war ich eigentlich nur froh,
mich nicht mehr so zu verhalten.

Zwei Fragen beschäftigten mich dann:
Was nehmen die ?
Und wo bekomme ich es her ?

Ich glaube nicht, daß ich hauptsächlich etwas verloren habe
mit dem Älterwerden, sondern viel mehr gewonnen.
Wenigstens weiß ich heute besser, was ich will, als damals.
Und außerdem darf ich auch zwanzig Kugeln Eis essen,
wenn mir danach ist.

Allerdings waren viele Erlebnisse damals zum ersten Mal
auch beeindruckender und sicher bin ich heute abgeklärter.

Natürlich sah ich wieder ein Mädchen,
daß mir gefiel. Ich sprach sie aber nicht an -
Weil ich mir immer vorher die Frage stelle,
ob jemand überhaupt zu mir passen könnte -
Ich bin nie aufgedreht und kaum begeisterungsfähig.
Aber ist das eine Frage des Alters ?

Insgesamt war ich von meinen Bieren
doch mehr angezogen.
Und das mag eine Frage des Alters sein.
Die Mädchen tranken alle nur Faßbrause.

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[10]
* Die Anekdote *

Wie von meinem Vater immer gerne erzählt wird,
wenn es mir am peinlichsten ist,
nahm er mich als Kind mit in die Schule, wo er lehrte.
Dort liefen wir einer Schülerin von ihm über den Weg. (Wen wundert's ?)
Mit großen Augen soll ich sie von unten angesehen
und gesagt haben: "Oh, bist du aber schön."

Mein Vater führt das immer gerne zum Vergleich an,
wie spontan und offen ich damals war.

Meine Freunde wissen,
meine spontane Offenheit heute kann noch viel peinlicher sein.

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[11]
Obwohl sich scheinbar niemand wunderte,
war ich doch nicht in Marburg.

Denn das Festival,
wo The Beautiful Disease auftreten sollten und wollten
fiel aus, weil der Veranstalter konkurs ging.

So einfach und so schnell ist alles anders.


                   Bei der Arbeit

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[12]
Ich werde im Sommer
wieder zu meinen Verwandten nach Mühlheim fahren.

Und ich tue das nicht nur,
weil ich mir keinen anderen Urlaub leisten kann.
(Ich wollte sowieso nur nach Schweden oder USA,
aber nicht allein.)
Ich tue daß, weil ich merke,
daß es ihnen wirklich viel bedeutet.

Ich will gerne für sie da sein,
denn ich weiß nicht, wie lange ich sie noch da sind.

Mein stiller Traum wäre vielleicht später einmal
mit meinem Bruder in der gleichen Stadt zu leben
- in Berlin oder in USA.
(Bloß nichts davon meinem Bruder sagen,
der hält mich sonst für einen Jammerlappen.)

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[13]
Ich habe meine Teilnahme am Berlin-Marathon
für dieses Jahr abgesagt,
da ich mein Lauf-Trainingsprogramm
immer wieder durch die anderen Aktivitäten
unterbrechen mußte.

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[14]
* Hinweis des Monats *

Mein persönliche Homepage ist nun unter
http://www.brockenblick.pp.ru
zu erreichen.
Das ist eine Domain für PrivatPersonen aus Rußland.
Da bin ich richtig !

Wer bisher noch nicht dort war,
sollte das bald mal tun.

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[15]
* Gedicht des Monats *

Letzte Vorstellung des Lebens
von sich selbst

Es ist kalt geworden
und trotz des Sommers
weht der Wind schon
das Laub über das Feld.

Plötzlich friert der Mann.

Im klaren Bergsee
kann er dann
sein Leben nicht mehr sehen
und taucht der Tiefe hinterher

Es könnten auch die Träume
eines Geistes sein,
der nicht mehr aus dem Inneren hinaus findet.

                              FWS 27.5.2001

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Ich dachte immer,
daß Leben würde von alleine
in die richtige Richtung laufen.

Herauszufinden,
was diese Richtung ist,
bleibt aber wohl die Aufgabe
im Leben.
 

Euer treuer Freund Falk