Rundschreiben 3/2001  
   
  Liebe Freunde,

Ich habe es diesmal wirklich nicht geschafft,
den Rundbrief rechtzeitig abzuschicken.
Aber hier ist er nun endlich...
...für März.

Einige unter Euch haben jetzt bestimmt schon Angst,
daß es wieder so viel zu lesen gibt.
Ich will wirklich versuchen, es nicht zu übertreiben.
Außerdem müßt Ihr das alles nicht auf ein Mal lesen.

Wer meine Rundschreiben sowieso nicht ließt,
der soll mir doch bitte hier kurz eine Nachricht
zukommen lassen.
Ich sitze hier und glaube an ein großes Publikum
und in Wirklichkeit bin ich in der digitalen Welt
allein.
 

[1]
Ein Grund für die Verspätung ist auch,
daß ich folgendes fertig bringen wollte:

Die Sammlung von allen, was ich bisher
im Internet veröffentlicht habe
http://privatespace.berlinweb.de/schneider-falk/home.htm

Dort gibt es auch alle Rundschreiben nachzulesen,
die Ihr vergessen oder verpaßt habt.
 

Leider habe ich noch immer keinen gescheiten Namen
für meine Internet-Präsenz gefunden.

http://www.brockenblick.de
http://www.pathos.de
sind schon vergeben.

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[2]

Klarstellung

Ich möchte hiermit ganz entschieden erklären,
daß ich kein Computer-Freak bin.

Ich hasse Computer !

Viele unter Euch glauben tatsächlich,
daß ich gerne am Computer sitze.
Die Wahrheit dagegen aber ist,
daß der Computer für mich nur
ein Arbeitsinstrument ist.

Ich kann nur deshalb mit Computern so gut umgehen,
weil ich ein gutes technisches Verständnis habe
und seit dem ich 15 Jahre alt war
verschiedene Computer besaß.
Außerdem hatte ich in der Schule seit der 7. Klasse
Informatik-Unterricht.
Und da ich Musik, wie Kunst nicht mochte
und in Englisch wirklich schlecht war,
mußte ich ein anderes Fach bis zum Abitur machen.

Allerdings habe ich im Abitur bei Informatik kläglich versagt.
Ich wußte nicht wirklich etwas, aber das wußten die Lehrer nicht.

Ich habe damals mit 16 Jahren kaum etwas anderes getan,
als am Computer programmiert und ausprobiert.
Nach den Hausaufgaben haben die Lehrer schon zum Glück
bei uns an der Schule gar nicht mehr gefragt
und meine Mutter hat einfach irgendwann aufgehört,
für mich Mittag zu kochen.

Als mein Computer dann irgendwann richtig kaputt ging,
spürte ich zum ersten Mal eine Leere in mir,
die auf das Fehlen von Empfindungen hinwies
und ich bemerkte, daß ich eigentlich ständig versuchte
Liebe in eine Gleichung mit der Verknüpfung von Beziehung durch 2 zu bringen.

Seit dem lehne ich es ab, mich gefühlsmäßig auf eine Maschine einzulassen.
Ich fing dann an Gedichte zu schreiben.
Und dafür ist ein Computer wirklich gut.
Diese Maschine birgt viel kreatives Potential.
Sie macht viele Arbeiten erst möglich, andere einfacher.

Lange Zeit träumte ich davon im Mittelalter zu leben.
Im Sommer 1995 kam ich dann hier an.
Da wurde mir klar, daß keine Zeit vor unserer heute,
den Menschen mehr Möglichkeit zur Selbstverwirklichung gab.

Eigentlich kann ich mich doch mit der heutigen Technik,
wie Video, Computer, Musik, kreativ so richtig auslassen.
Und eigentlich ist irgendwie alles möglich,
wenn auch manchmal nur im Kleinen und Verborgenen.
Ich liebe das Leben !

"Computer helfen Probleme zu lösen,
die man ohne sie gar nicht hätte."
(nicht von Bill Gates)

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[3]
* Hinweis des Monats *

Alles verändert sich.

Das ist meine Heimatstadt Mühlheim am Ende der 50er Jahre.
Von Allem, was auf diesem Bild zu sehen ist,
gibt es nur noch die Sparkasse.
Sonst ist nichts mehr da.

An der Ecke der Sparkasse stand immer
ein alter Mann mit dem "Wachturm".

Vor den Bäumen im Hintergrund, links rein,
habe ich gewohnt.

An die Villa, die dort versteckt war,
kann ich mich noch erinnern.
Jetzt steht dort die Volksbank.

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[4]
* Frage des Tages *

Was macht Ihr an Ostern ?

Ich bin noch immer frei
und würde mich gerne spaßigen
Angelegenheiten anschließen.

Ich würde auch wieder soetwas
ausprobieren, wie die Psychopathin
vom letzten Jahr.

Kein Spaß ist zu teuer.
Es darf auch Nerven kosten.

"Der Tod ist eine ernste Angelegenheit.
Wer da seinen Humor verliert, ist ein Narr"
(William T. Riker, 1.Commandant der Enterprise)

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[5]
* Trauer des Tages *

Ich weiß nicht,
was ich vom Leben will.

Wo gehe ich hin ?
Wo komme ich her ?
Und wieviel Zeit bleibt mir noch ?

Ich habe Angst,
daß mir nicht mehr genügend Zeit bleibt,
all die Dinge zu tun, die ich gerne möchte.
Und ich zweifle, ob die Dinge,
die ich gerne möchte,
auch die Zeit wert sind.

Will ich das, was ich will, wirklich,
oder glaube ich es nur zu wollen ?
Werde ich, wenn ich es habe,
vielleicht feststellen, daß es das Falsche ist ?

Ich will nicht lange Zeit einer Idee nachlaufen,
nur um später zu sehen,
daß ich vor Ewigkeiten falsch abgebogen bin.
Aber Stehenbleiben ist auch nicht der Weg.

Doch welchen Ideen soll ich zuerst nachgehen
und welche vielleicht für immer verschieben ?

Einige von Euch sagen, Zielstrebigkeit führe zum Glück.
Das glaube ich nicht.
Ich will gar nicht ankommen, ich will immer unterwegs sein.
Kann denn nicht auf den Seitenwegen etwas ganz Neues versteckt sein ?
Und kann dieses Unbekannte nicht vielleicht das Glück sein ?

Manchmal glaube ich am Glück vorbeizurennen.
Ich bin gehetzt und getrieben.
Dabei weiß ich gar nicht, wie mein Glück aussieht.

Derzeit scheine ich aber so schnell zu laufen,
daß ich in der Bewegung stehengeblieben bin.
Wie ein Rad, daß sich so schnell dreht,
bis es aussieht, als stünde es.

Woran kann man in einem fiktiven Zug,
der durch die stockfinstere Nacht fährt
und weder Fahrgeräusch noch -bewegung
von sich gibt, feststellen ob der Zug fährt ?
Man kann es nicht.
Nur in der Relation zu einem Fixpunkt
ist die Bewegung zu erkennen.
(Physik, Jahrgangsstufe 10)

Ist alles um mich herum dunkel,
kann ich nichts erkennen.

Vielleicht ist es die einfach die Lösung
irgendetwas ernsthaft zu tun.
Überzeugend für sich selbst.
Ich glaube nicht, im Gegensatz zu manch anderen von Euch,
daß es darauf ankommt,
Anerkennung von anderen dafür zu bekommen.

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[6]
* Erlebnis des Monats *

Am Anfang März war ich mit Freunden
in einer Diskothek.
(Das an sich ist nichts besonderes.)

Dort tummelten sich lauter so junge Mädchen,
daß ich mich fragte, wieso die bis um 4:00 Uhr morgens
wegbleiben durften.
(Aber ich frage mich auch, wie man ein Geschwisterpaar
zusammen in einem Zimmer aufwachsen lassen kann.)

Das Publikum in dieser Disco hat sich sehr
mit der aufgelegten Musik amüsiert.
Eigentlich war es meistens Retorten-Musik,
die unglaubliche Selbstdarstellung zum Thema hatte.
(Es gab bestimmt mal Zeiten, wo ich das auch gut fand.)

Da war ich froh, daß ich aus dem Alter draußen bin,
in dem ich mich noch um mein Wirken auf andere kümmerte.
Gleichzeitig wurde ich aber auch betrübt,
daß ich leider diese spannenden Entdeckungen
der eigenen Gefühlen schon hinter mir habe.

Ich kenne mich zu gut, um mich selbst zu überraschen.
(Dem Leben gelingt das noch manchmal.)

Das ist also alles, was mich an jungen Mädchen fasziniert:
Die Lebensphase, in der sie stecken, ist so spannend,
daß ich sie gerne noch mal miterleben möchte.

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[7]
* Freude des Monats *

Ich freue mich darüber,
daß ich frei bin, zu tun,
was ich will.

Ich darf auch 10 Kugeln Eis essen,
wenn ich möchte.
...oder ich esse lieber Schokolade.
(nicht wirklich.)

Die Freiheit der eigenen Entscheidung
ist etwas wunderbares.

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[8]
* Falk und die BerliKomm *

Die BerliKomm
- unauffällig, aber immer da.

Besonders, wenn ich mal wieder 24 Stunden lang
irgendwelche Videos aus dem Internet lade.

Hätte die BerliKomm bloß mal weiter so viel Werbung gemacht,
wie vor ihrer Gründung,
dann gäbe es jetzt wohl auch viel mehr Freunde meinerseits,
mit denen ich kostenlos telefonieren könnte.

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[9]
* Falk und die Frauen *

Letzte Woche war ich wieder in der Grundschule.
(Wer jetzt behauptet, da gehöre ich auch hin,
bekommt keine Aufmerksamkeit mehr von mir.)

Ich war dort, weil ein Freund von mir,
seines Zeichens Schauspieler,
vor Kindern der ersten Klasse ein Theaterstück
aufführte, das ich auch gerne sehen wollte.

Die Aufnahme in die erste Klasse
habe ich diesmal gleich geschafft.
Das letzte Mal wurde ich zurückgestuft.

Natürlich war ich auffällig.
Aber die Kinder waren ganz im Bann des Spiels.
Danach, während mein Freund ausgezahlt wurde,
warte ich an der Tür.

Zwei Mädchen machten sich einen Spaß daraus,
mich zu schlagen.
Dabei hatte ich gar nichts getan.
Noch nicht einmal etwas Böses.

So reagieren Frauen auf mich.

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[10]
* Gedicht des Monats *

Was immer bleiben wird:

Mein Lastwagen hat so manches dabei:
Eine schwerwiegende Waage für das Leid,
daß alles enden muß irgendwann.
Durch ein Messer den Schmerz an den Dingen,
die ich nicht ändern konnte.
Trotz Kristallkugel den Zweifel,
ob Entscheidungen auch in Zukunft noch gültig sind.

Voran ziehen meine Gefühle,
gleich einem Regenschirm im Sturm der Welt.

Die Rose für die Frau meiner Träume
bleibt immer weiter zurück.

              FWS 26.10.1993

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In einem Psychologischen Test
über die eigene Selbstmordgefährdung wird gefragt,
ob die sexuelle Lust ständig nachlassen würde.
"Nein, verdammt noch mal !!!!
- Reicht das jetzt ?"

Euer treuer Freund Falk


Lebensend (d-mono-low).wav