Rundschreiben 2/2001  
   
  Liebe Freunde,

weil der Monat Februar so kurz war,
habe ich es nun doch nicht geschafft,
innerhalb dessen den Rundbrief
an Euch abzusenden.

An dem folgenden Ereignis merkte ich,
daß ich zu spät bin:

[1]
Am letzten Mittwoch (28.2.)
kam ich gerade noch rechtzeitig nach Hause,
um mir Buffy im Fernsehen anzuschauen.
Dafür eine Videocassette herauszusuchen,
um die Sendung aufzunehmen,
reichte die Zeit nicht mehr.

Also wollte ich die Wiederholung
in der gleichen Nacht ab 1:30 Uhr aufnehmen
und programmierte meinen Videorecorder,
ging aber vor Mitternacht ins Bett.

Was meint Ihr, welches Datum ich angab ?

--------------------------
[2]
* Erlebnis des Monats *

Nach der Vorführung auf der Berlinale
wurde der Film "Enemy at the Gates"
in einer speziellen Veranstaltung
den Mitgliedern des Produktions-Teams gezeigt.
Dazu gehörte ich auch !

Ich habe mich selten so aufgeregt erlebt,
wie auf dem Weg zu dem Kino.
Ständig gab ich irgendwelchen rhythmischen Singsang von mir.

Ich fand es einfach klasse,
wieder mit den Leuten zusammen zu sein,
mit denen ich im letzten Jahr so viel Spaß gehabt hatte.

Mit den meisten hatte ich mich damals gut verstanden
und an vielen ein großes Gefallen gefunden.
Sie alle waren wieder da.
Und mit allen konnte ich reden und scherzen.

Ich fand das damals einen Riesenspaß,
wenn es auch wirklich anstrengend war.
Aber ein großes Erlebnis war es allemal.

Ich glaube, da gehöre ich hin.

--------------------------
[3]
* Frage des Tages *

Laut einer - wohl nicht ganz - repräsentativen Umfrage
glauben 80% der Menschen in Deutschland an ein
Leben nach dem Tod.

Ich wußte zwar schon immer,
daß ich auf dieser Welt falsch bin,
aber ich wußte nicht,
daß so viel hier richtig sind.

Nach einigen schockierende Aussagen von meinem Bruder
zu urteilen, entwickelt er sich langsam zu einem Zeugen Jehovas.
("Jehova, Jehova, Jehova")

"Die sexuellen Beziehungen sind alles schwere Sünden gegen Gott"
(Holm Trutz Schneider, 25.2.2001)
Dazu sage ich übrigens: Für so manche Nacht mit so manchen Mädchen
wäre ich auch bereit, sofort danach zu sterben.
- Der kleine Tod ???!!!

Aber nun gut, er meinte auch schon mal, daß ich der Teufel sei.
("Der größte Trick des Teufels war, zu behaupten, daß es ihn nicht gibt.")

Ich frage mich daher in welcher Welt wir leben
und ich frage Euch, glaubt Ihr an Gott ?
(Ich meine damit das Wesen, was hinter dem Urknall und
den darauf folgenden, bewiesenen physikalischen Prozessen steht.)

--------------------------
[4]
* Freude des Monats *

In einem unauffälligem Gespräch mit einen Freund
in der Brauerei am Potsdamer Platz
ging mir endlich wieder auf,
was ich eigentlich in meinem Leben machen will.

- Ich will Filme machen.

Die Umsetzung meiner Phantasiewelten in ein konkretes Bild
war eigentlich schon lange meine Leidenschaft,
aber irgendwie ist mir diese in den letzten Jahren verlorengegangen.
Erst wahrscheinlich durch meine gefühlsmäßige Konzentration
auf Jana, dann die völlige Auslastung in der Arbeit beim Film
und später scheute ich mich eigentlich nur noch,
mich an diese Träume heranzuwagen.
Vielleicht wollte ich mich nach der Trennung von Jana
nur noch von meinen Sehnsüchten fernhalten.

An diesem bewußten Abend erzählte ich nach langer Zeit
zum ersten Mal wieder von meinen Filmideen
und zu meiner Überraschung sind sie bei meinem Freund
gut angekommen.
Ich dachte nicht mehr, daß diese Vorstellungen
noch eine Chance hätten.

Das ist es also.
nach diesem Anstoß habe ich wohl lange gesucht.

Doch seltsamerweise kamen diese Aufforderungen
in den letzten Wochen von verschiedenen Seiten
und ganz anderen Personen an mich heran.
So daß ich mich scheinbar innerlich nicht mehr entziehen konnte.
Dann sind mehr auch noch ein paar inspirierende Songs
in die Hände gefallen.
So kam alles zur rechten Zeit zusammen,
ich kramte meine alten Entwürfe hervor
und seit gestern Schreibe ich wieder
an meinen Drehbüchern.

--------------------------
[5]
* Trauer des Tages *

Ich bin einem Mädchen begegnet,
die mein Herz berührt hat.

Ich kannte sie bereits schon seit den Filmaufnahmen
zu "Enemy at the Gates" im Frühjahr des letzten Jahres.
Dort begann sich schon eine Innigkeit zwischen uns zu entwickeln.

Und im darauffolgenden Herbst trafen wir uns endlich privat.
Danach war sie nicht zu erreichen.
Jetzt sah ich sie auf der Teampremiere wieder.
Und wir konnten kaum unsere Hände voneinander lassen.

Ich finde es eine starke Anziehung,
wenn man den Körperkontakt zum anderen
nicht abreißen lassen will.
So hielten wir uns an beiden Händen.
Ich habe mich in sie verliebt.

Als ich sie dann vor zwei Wochen endlich
wieder telefonisch erreichte,
sagte sie nebensächlich,
daß sie deshalb so schwer zu sprechen sei,
weil sie ständig mit ihrem neuen Freund
durch die Nacht zieht.

Dieses Mädchen hätte mit ihrer jungen Lebensfreude
die Heilung für mein hoffnungsloses Herz bedeuten können.
In ihren Augen sah ich die Ergänzung zu mir.

So wird es leider wieder nur eine weitere Bestätigung,
daß etwas Besonderes auf dieser Welt nur schwer zu finden ist.

--------------------------
[6]
* Falk und die BerliKomm *

Nachdem nun auch T-Online
seine Flatrate für ISDN
(zum Preis von 79,- DM / Monat)
wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt hat,
scheint mein Provider einer der letzten zu sein,
der das noch wagt anzubieten (50,- DM).
Und sie behaupten weiterhin,
genügend Umsatz zu machen.
An mir kann das nicht liegen,
denn ich nutze das intensiv aus.

Scheinbar gibt die BerliKomm bessere
Konditionen als die Telekom.

Da klingt es doch eigentlich wie Hohn,
wenn Politiker fordern, daß Deutschland
wieder an die Spitze der technologischen Entwicklung
in der Welt gebracht werden soll.
- Ich würde mich nie, zum Einkauf im Internet
aufhalten, wenn ich dafür 2,9 Pfennig die Minute zahlen müßte.
Irgendwie kann das alles nur ein Scherz sein.

Lachen muß ich auch ganz arg,
wenn ich mich frage,
ob die Manager aller der Provider
mit Flatrate-Schlappe eigentlich auch eine Ahnung vom
Surf-Verhalten ihrer Kunden haben.
- Ich glaube, daß da wieder Leute eingesetzt wurden,
die nie selbst soetwas gemacht haben.
Statisten und Marktforschung ist nicht alles.

Ein weitere Grund der Freude ist für mich,
daß die Telekom-Aktie unter den Ausgabepreis
gerutscht ist.
- Leider aber nicht aus Gründen des längst
überholt schlechten Service.

Nieder mit den Bonzen-Betrieben !
Friede den Hütten, Krieg den Palästen !
Macht kaputt, was Euch kaputtmacht !
(Bitte nicht als Aufruf zur Gewalt interpretieren.)

Ich jedenfalls spare 50% meiner
Telefonkosten gegenüber damals
bei der Telekom.
Leider kann ich das kostenlose
Telefonieren innerhalb des BerliKomm-Netzes
nicht nutzen, weil keiner von Euch auch darin ist.

Als nächstes steht jetzt für mich das Sparen beim Strom an.
Auch da habe ich schon Horror-Geschichten gehört,
vom monatelangen Ausbleiben der Grundversorgung.

--------------------------
[7]
* Hinweis des Monats *

Versteigerungen auf Ebay sind recht lukrativ.
Ich habe eine Platte von Die Ärzte dort für 205,- DM verkauft.
Ürsprünglich zahlte ich dafür 30,- DM.

Auch alle meine anderen Versteigerungen,
die eigentlich nur dafür sorgen sollten,
daß ich meinen ganzen Musik-Müll,
der sich bei mir angesammelt hat,
loswerde, haben mir mehr Geld gebracht,
als ich ursprünglich zahlte.
(Musik-Messi)

Das heißt nicht, daß ich jetzt
meine gesamte Plattensammlung verscheuere,
nachdem ich sie auf 15.000,- DM geschätzt habe:
Ich verkaufe nur Dinge, die ich doppelt habe.

Wie ich allerdings erkennen mußte,
hänge ich dem Trend erheblich nach,
denn für meine männlichen Freunde
zumindest ist Ebay ein alter Hut.

(Danke, daß Ihr mich dumm sterben laßt.)

--------------------------
[8]
Die Schallmauer ist durchbrochen:

Es ist mir gelungen, 40 Minuten
am Stück zu joggen.

Und ich fühle mich Spitze dabei.

Dachte ich zuerst, ich tue es nur,
um attraktiv für Frauen zu bleiben,
muß ich an dieser Stelle sagen,
es gefällt auch mir.

"Falk hat zum ersten Mal Endophine gekostet."

--------------------------
[9]
Ich glaube, ich entdecke die alten Tugenden wieder
oder die alten Tugenden entdecken mich.

Es gab so einigen, was mein Leben vor Jana
auch ohne sie bereicherte.
Das meiste verlor durch sie an Bedeutung für mich
und später habe ich es nicht mehr probiert.

So war ich letzte Woche mal wieder Tanzen.
Weil die Musik gut war, hat es auch Spaß gemacht,
obwohl kaum Frauen anwesend waren.

--------------------------
[10]
* Falk und die Frauen *

Eines Abends ging ich durch die Straßen
zu einer Verabredung,
als mir ein junges Mädchen mit ihrer Mutter
entgegen kam und mir ganz genau in die Augen schaute,
während sie ihre Lippen leckte.

Da ging mein Leben vorüber.

Ich brauchte allerdings ein paar weitere Straßenzüge,
um das zu verstehen, was dort gerade passiert war.

Ich will nicht leugnen, daß dieses Mädchen
eine große Ähnlichkeit mit Jana hatte,
wie ich sie kannte.
Aber auch nach einem solchen Eindruck
zählt später mehr, und ich sah in ihren Augen anderes
als bei Jana.

Als ich dann ohne weiteres Überlegen zurücklief,
fand ich sie natürlich nicht mehr.

Das sind die wirklichen Tragödien des Lebens:
Es hätte so viel daraus werden können
oder gar nichts.
Ein Blick ist alles, was zum Leben bleibt,
und alles, was ich je von ihr weiß.
Die gesamte Bedeutung werde ich nie mehr entschlüsseln.
Und vielleicht habe ich gar nicht veroren,
was ich nie besessen hätte.
Vielleicht war es ein Glück.

--------------------------
[11]
Trotz diesem Erlebnis oder gerade wegen
scheint es für mich nun mit Jana entgültig
abgeschlossen zu sein:
Sie heiratet ihrem Thomas.

Das schockt mich nicht.
Es ist mir gleichgültig.
Ich wünschte mir immer, daß sie glücklich wird,
und sie geht schon ihren richtigen Weg.

Schade fand ich nur,
nicht von ihr persönlich von der Hochzeit zu erfahren.
Doch hatte ich irgendetwas noch nicht verstanden,
nach dem letzten Telefongespräch war alles klar:

Ich gehöre nicht mehr in ihre Welt.
Ich lebe für sie nur noch in ihrer Erinnerung.
Und da sie nicht bedauert, daß es so ist,
gibt es keinen gemeinsamen Weg weiter.

Vielleicht begegnen wir uns irgendwann zufällig neu,
aber es bleibt nichts, um fortgesetzt zu werden.

Ich kranke daran sehr,
denn dieses heilt mein Herz nicht wieder,
das nicht verstehen kann,
warum Menschen, die sich einmal viel bedeuteten,
auseinandergehen,
bis sie sich nicht mehr kennen.

Damit hat Jana nicht mehr viel zu tun.
Sie ist nur der aktuelle Schnitt
in meinen ständigen Schmerz.

--------------------------
[12]
* Gedicht des Monats *

Zündet keine Kerze an

Das Mädchen mit sechzehn Jahren
gelangweilt vom Leben
schneidet sich die Handgelenke auf
aber es gelingt ihr nicht

Die Mutter betet zum Herrn

Das Mädchen mit achtzehn Jahren
findet neues Leben im Glauben an Gott
wird von einem Auto überfahren
und stirbt an einem Sommertag

Wieder betet die Mutter zum Herrn

Ich will niemanden die Schuld geben
aber ich denke, Gott hat einen kranken Humor
und wenn ich sterbe, erwarte ich
ihn lachend vorzufinden

                           FWS 9.2.2001

--------------------------

Das Jahre beginnt gerade Leben hervorzubringen
und für mich wird es ein Jahr der Veränderung.

Vielleicht es es teilweise eine Rückbesinnung auf alte Werte,
aber es ist auch die Verknüpfung der guten Sachen miteinander.
- Das Beste beider Welten.

"Es wird viel passieren. Nichts bleibt mehr gleich,
nichts bleibt beim Alten, wie gehabt.
Es wird passieren."

Euer treuer Freund Falk